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Zunum Aero - Der Tesla unter den Flugzeugen

Aktualisiert: 11. Apr 2019



Animation des ZA10, Quelle: Zunum Aero

Obwohl nur rund fünf Prozent aller Menschen je ein Flugzeug bestiegen haben, genügt diese Minderheit, um massive Treibhausgas-Emissionen zu verursachen: Ein einziger Urlaubsflug kann das Klima stärker aufheizen als ein Jahr Auto fahren und das Haus mit Erdöl beheizen zusammen. Auch wenn sich die meisten Menschen der dramatischen Folgen von Flugreisen bewusst sind, wollen doch die wenigsten darauf verzichten. Aber es gibt Hoffnung: Dank elektrischer Antriebe könnte die Flugzeugindustrie in Zukunft deutlich umweltfreundlicher werden. Das amerikanische Unternehmen Zunum Aero leistet diesbezüglich wertvolle Pionierarbeit und erinnert in vielerlei Hinsicht an Tesla ...

„We are dreamers“

Dieser Slogan ist auf der Website des im US-Bundesstaat Washington beheimateten Flugzeug-Start-ups Zunum Aero zu lesen. Eine durchaus treffende Beschreibung angesichts der hochfliegenden Pläne des jungen Unternehmens. Bis 2022 will die von Boeing unterstütze Firma ein Elektroflugzeug namens ZA10 entwickeln, das rund 12 Passagiere bis zu 1100 Kilometer weit befördern soll. Die Besonderheit: Der Strom für die Motoren des Flugzeugs soll nicht nur von Batterien an Bord, sondern auch von einem zusätzlichen Kerosin-Generator bereitgestellt werden. Sollte das gelingen, wäre die Maschine von Zunum Aero das erste Regionalflugzeug mit einem Elektrohybrid-Antrieb.


Animation des ZA10, Quelle: Zunum Aero

Wie soll das gehen?

Noch wird an der Technologie getüftelt. Die heute verfügbaren Batterien, wie sie beispielsweise in Autos von Tesla verbaut sind, wären für ein Flugzeug zu groß und viel zu schwer. Deshalb greift Zunum Aero auf den Trick mit einem Kerosin-Generator zurück. Dieser soll von einem modifizierten Hubschraubermotor angetrieben werden und bis zu 500 Kilowatt elektrische Leistung liefern können – genug für ein paar leistungsstarke Motoren. Ersten Hochrechnungen zufolge würde die ZA10 nur die Hälfte des Kraftstoffs verbrauchen, den ein vergleichbares konventionelles Flugzeug verbrennt.

Und wann ist es soweit?

Bis die erste Maschine ausgeliefert werden kann, steht noch eine Menge Arbeit an. Ende 2019 wollen die Amerikaner zunächst den Generator an Bord einer zweimotorigen Propellermaschine, der Rockwell Turbo Commander 840, installieren und ausgiebig testen. Im nächsten Schritt sollen die traditionellen Antriebe durch leistungsstärkere und für das zukünftige firmeneigene Modell vorgesehene Mantelpropeller ersetzt werden. Wenn alles nach Plan läuft, können bis 2022 alle Elemente in einer eigens entwickelten Maschine, der ZA10, kombiniert werden. Und es gibt bereits erste Interessenten. Unternehmensangaben zufolge hat die private Jet-Charter-Firma JetSuite bereits 100 Zunum Aero Modelle reserviert.

Zum Vergrößern klicken, Quelle: Zunum Aero

Perfekte Aussichten

Die Chancen stehen gut, dass mit der Pionierarbeit von Zunum Aero die kommerzielle Luftfahrt grüner, billiger und leiser werden könnte. „Die Zunum ZA10 wird bahnbrechende Leistungen in den Regionalverkehr bringen“, ist Matt Knapp, einer der Co-Founder, überzeugt. Immerhin wird der Markt für Kurzstrecken-Flieger momentan auf rund eine Billion US-Dollar geschätzt. Da ist es auch nicht verwunderlich, dass Zunum Aero mit Boeing und JetBlue bereits namenhafte und einflussreiche Geldgeber an Bord hat. Beste Voraussetzungen also für das ambitionierte Unternehmen, die Zukunft des Flugverkehrs entscheidend mitzugestalten. Zunum Aero als „Tesla der Lüfte“ zu bezeichnen, ist also alles andere als weithergeholt.

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