• Alex

WM 2018 - So viel Innovation steckt in Fußball



Es ist soweit! Endlich rollt der Ball bei der Fußball-Weltmeisterschaft in Russland. In den nächsten 4 Wochen werden rund 3 Milliarden Menschen auf der ganzen Welt verfolgen, wie Ronaldo, Neymar und Co. um den heiß begehrten WM-Pokal kämpfen. Von den diversen technologischen Mitteln, die mittlerweile bei dem traditionsreichen Turnier zum Einsatz kommen, kriegen die Zuschauer allerdings relativ wenig mit. Deshalb wollen wir vor dem ersten Spiel mit deutscher Beteiligung einmal einen Blick hinter die Kulissen werfen. ​

Daten sind überall

Der erste Weltmeister-Titel der Deutschen im Jahr 1954 war eine Sensation! Wurden die Spiele damals noch im Schwarz-Weiß-Fernseher gezeigt, können die heutigen Partien sogar schon unterwegs am Smartphone mit allerhand zusätzlichen Tracking-Daten verfolgt werden. Egal ob Passquote, Laufwege oder „Packing“ – jede Aktion wird von Menschenhand erfasst und in eine Datenbank übertragen. Bei der Vorbereitung auf die Weltmeisterschaft hat das DFB-Team die Datenauswertung jedoch auf ein neues Level gehoben. Zusammen mit dem Unternehmen SAP wurde die App „One Player“ entwickelt, die auf den ersten Blick wie ein Managerspiel aussieht. In der App sind Videomaterial und Statistiken von Spielern aus der ganzen Welt hinterlegt. Der gesamte DFB-Tross hat die App auf seinen Smartphones installiert und Zugang zu ausgewählten Materialien. Denkbar wäre beispielsweise, dass Mats Hummels nach dem Mittagessen noch ein paar Szenen seines mexikanischen Gegenspielers Chicharito anschaut und sich so auf das Auftaktspiel des DFB-Teams vorbereitet.

Die Auswertungen enden dieses Jahr aber nicht mit dem Anpfiff! Denn in Russland ist es dem Trainerteam erstmals erlaubt, auch während der Partie mit dem technischen Stab von den Rängen aus zu kommunizieren. Co-Trainer Marcus Sorg wird seine Erkenntnisse zwecks besserem Überblick direkt von der Tribüne zu Thomas Schneider, dem zweiten Assistenten von Bundestrainer Jogi Löw, auf die Bank funken können und somit die entscheidenden taktischen Schlüsse für den Sieg positiv beeinflussen!


So sieht der offizielle Spielball aus

Bei so viel Technik passt es auch ins Bild, dass der aktuelle Spielball von adidas erstmals mit einem NFC-Chip ausgestattet wurde. Das ist die gleiche Technologie, die bereits beim Bezahlen per Smartphone verwendet wird. Die Funktionalität des Balls ist noch stark eingeschränkt und wird auch während den WM-Spielen nur zu Marketingzwecken von adidas verwendet. Doch der Trend hin zur Digitalisierung im Fußball ist eindeutig erkennbar. ​

Alter Hut: Die Torlinien-Technik

Die Torlinientechnik kam bereits bei der WM 2014 in Brasilien zum Einsatz. Damals war Karim Benzema der Glückliche, dem als erstem Spieler ein Tor dank der neuen Technologie anerkannt wurde. Auch in diesem Jahr können sich die Spieler und vor allem das Schiedsrichtergespann wieder auf die bewährte Technologie verlassen, was bereits Frankreich und auch den Portugiesen zu gute kam. Jedes der zwölf WM-Stadien in Russland ist mit 14 High-Speed-Kameras ausgestattet, welche innerhalb von einer Sekunde ein Signal an die Uhr des Unparteiischen senden und so in strittigen Situationen für Gerechtigkeit sorgen. Ein ähnliches Skandaltor wie beim WM-Finale 1966 im Wembley-Stadion kann also ausgeschlossen werden.

Neuland: Der Video-Assistent

Zusätzlich zur Torlinien-Technik kommt dieses Jahr erstmals der Videoschiedsrichter bei einem internationalen Turnier zum Einsatz. Nachdem die Technik bereits in den Spielen der Deutschen Bundesliga zum Einsatz kam, wurde im März 2018 auch grünes Licht für den Einsatz bei der Weltmeisterschaft gegeben. Im Gegensatz zur abgelaufenen Bundesliga-Saison setzt die FIFA aber auf höhere Transparenz. Das heißt, dass die Zuschauer mehr Einblick in die Entscheidungsfindung des Schiedsrichtergespanns und Videoassistenten bekommen werden. Unter anderem werden Wiederholungen und Grafiken auf den Videoleinwänden der Stadien angezeigt. Auch die Kommunikation zwischen den Offiziellen wird den Kommentatoren von Radio und Fernsehen zur Verfügung gestellt werden. Damit möchte der Fußballverband gewährleisten, dass keinerlei Fragen offenbleiben. Die „Video-Assistenten“ werden im sogenannten „Video Operations Room“ in Moskau sitzen und bei klaren Fehlentscheidungen in das Spielgeschehen eingreifen.

Wird Brasilien Weltmeister?

Welches Team dann am 15. Juli den umkämpften Pokal in den Moskauer Nachthimmel strecken wird, können wir trotz all der Technologie natürlich nicht vorhersagen. Oder vielleicht doch? Die Investment-Bank Goldman Sachs hat versucht, mit Hilfe von Künstlicher Intelligenz den Weltmeister zu prognostizieren. Dazu haben Analysten Unmengen an Daten zu Team-Charakteristiken, Einzelspielern und jüngeren Team-Performances in ein statistisches Modell eingespielt. Mit all seiner Datenpower hat Goldman Sachs dann den Turnierablauf eine Million Mal simuliert. Der klare Sieger? Brasilien! Mal sehen, ob Goldmans Prognose hält. Denn die Investmentbanker sahen die brasilianischen Kicker auch 2014 vorne. Doch dann kam das Halbfinale ...


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