• Alex

Virgin Galactic - Der nächste große Schritt für die Menschheit?

Aktualisiert: 15. Apr 2019


Ein halbes Jahrhundert ist vergangen, seit das US-Raumfahrtschiff ‚Apollo 11‘ zum Mond gestartet ist und der erste Mensch den Erdtrabanten betreten hat. Es war ein kleiner Schritt für ihn selbst, doch ein gewaltiger für die Menschheit. Elf weitere Astronauten hat die NASA seither zum Mond geschickt, bevor sie das Apollo Programm 1972 eingestellt und damit die goldenen Jahre der bemannten Raumfahrt beendet hat.


SpaceshipTwo beim Start, Quelle: Virgin Galactic

Der Beginn eines epischen Duells

50 Jahre später schickt sich nun eine Gruppe illustrer Milliardäre an, die Faszination rund um die bemannte Raumfahrt wieder aufleben zu lassen und für jedermann zugänglich zu machen. Amazon-Gründer Jeff Bezos, Tesla-CEO Elon Musk und Virgin-Lenker Richard Branson liefern sich seit Jahren einen kosmischen Dreikampf, dessen historische Ausmaße zum heutigen Zeitpunkt nur schwer zu fassen sind. Letzterer ist es nun, der in der vergangenen Woche für Schlagzeilen gesorgt hat: Branson‘s Unternehmen Virgin Galactic ist es tatsächlich gelungen, ein bemanntes Raumschiff ins All zu katapultieren – und die Menschheit möglicherweise in eine neue Ära.


Der erste private Weltraumflug

Das Ereignis ist deswegen von historischem Ausmaß, da bislang noch keinem privaten Raumfahrtunternehmen ein bemannter Flug ins All gelungen ist. Doch am vergangenen Donnerstag war es erstmals soweit. Um 7 Uhr Ortszeit haben die Piloten Rick „CJ“ Sturckow und Mark „Forger“ Stucky das „SpaceshipTwo“ in rund 15 Kilometer Höhe von einem Trägerflugzeug gelöst, es einige Sekunden ungebremst in die Tiefe fallen lassen und anschließend per Raketenmotor auf zweieinhalbfache Schallgeschwindigkeit beschleunigt. Nahezu senkrecht ist das Raumschiff anschließend bis auf eine Höhe von 82 Kilometern aufgestiegen. Laut Definition der NASA hat Virgin Galactic damit den Weltraum erreicht. An Bord des Raumflugzeugs konnten die beiden Piloten die Schwerelosigkeit am eigenen Leib erleben und die Erdkrümmung sehen. Über den Funk war den Piloten die Faszination deutlich anzuhören: „A million dollar view“, so staunen sie bei dem Blick auf den blauen Planeten.


Aussicht in über 80km Höhe, Quelle: Virgin Galactic

Der Ticketvorverkauf läuft

Diesen Millionen-Dollar-Ausblick wollen Branson und sein Team nun in bare Münze umwandeln. Während die NASA und andere staatliche Raumfahrtunternehmen in erster Linie von wissenschaftlichen Erkenntnissen motiviert sind, geht es den privaten Unternehmen hauptsächlich um wirtschaftliche Gewinne. Daher gilt es keine Zeit zu verlieren. Sollte das verbleibende Testprogramm erfolgreich verlaufen, will Virgin Galactic bereits im kommenden Jahr Weltraumtouristen ins All bringen. Das würde bedeuten, dass nicht mehr nur Amerikas Astronauten, Russlands Kosmonauten und Chinas Taikonauten die Erde verlassen könnten, sondern auch alle anderen Menschen – vorausgesetzt, das nötige Kleingeld ist vorhanden. 250.000 Dollar müssen interessierte Fluggäste für ein Flugticket auf den Tisch legen. Dennoch hat das Unternehmen bereits mehrere hundert Vorbestellungen in seinen Büchern stehen, unter anderem von Leonardo DiCaprio, Justin Bieber und Richard Branson selbst.


SpaceshipTwo und Trägerflugzeug, Quelle: Virgin Galactic

Ein steiniger Weg für Virgin Galactic

Nachdem das „SpaceshipTwo“ wieder sicher auf der Landepiste des Mojave Air & Space Port in Kalifornien gelandet ist, waren dem Team die Anstrengungen der vergangenen Jahre deutlich anzusehen. Seit mehr als 14 Jahren arbeitet das Unternehmen mit Firmensitz im US-Bundesstaat New Mexico bereits auf dieses Ziel hin. Vor vier Jahren erlebte es jedoch einen herben Rückschlag, als ein „SpaceShipTwo“ bei einem Testflug abstürzte. Der Co-Pilot hatte damals die Klappen, die das Fluggerät während des Wiedereintritts in die Erdatmosphäre in der Luft abbremsen sollen, zu früh ausgefahren. Doch diesmal lief alles glatt.


SpaceshipTwo bei Landung, Quelle: Virgin Galactic

Branson auf der Überholspur

Mit dem geglückten Weltraumflug hat Virgin Galactic nun im Rennen um die private Erschließung des Alls vorgelegt. Zwar ist Musk mit SpaceX die Wiederverwendung von Raketen gelungen und Bezos erreichte mit Blue Origin bei einem unbemannten Testflug bereits eine Höhe von 100 Kilometern, doch bislang haben sich beide Unternehmen gescheut, Menschen in ihre Raketen zu setzen. Daher sieht es im Moment ganz danach aus, als würde Virgin Galactic den ersten Touristen ins Weltall schicken. In den Geschichtsbüchern könnte also später einmal stehen, dass Richard Branson die Ära der suborbitalen Urlaubsreisen eingeläutet hat.


Auch interessant


  • Grey Facebook Icon
  • Grey Instagram Icon
  • Grey LinkedIn Icon

Copyright © 2019. Created by Next Big Thing.