• Alex

Starship - Pizza aus dem Lieferroboter

Aktualisiert: 12. Apr 2019


Keine Zeit, die Einkäufe aus dem Supermarkt um die Ecke abzuholen? Könnte das stattdessen nicht auch ein Roboter übernehmen? Klingt abgefahren, ist es aber keineswegs! Denn Lieferroboter sind schon heute Realität und auf dem besten Weg, die Logistikbranche gravierend zu verändern. Das ist zumindest der Plan der beiden Skype-Gründer Ahti Heinla und Janus Friis. Anstatt sich mit ihren Millionen aus dem Verkauf an Microsoft entspannt zurückzulehnen, haben sie beschlossen, Starship Technologies zu gründen. Seither sind 4 Jahre vergangen und dem 200-köpfigen Team ist es nicht nur gelungen, einen vollautonomen Lieferroboter zu entwickeln, sondern diesen auch erfolgreich im Dauerbetrieb zu testen. Inzwischen haben die selbstfahrenden Metallkästen schon über 100.000 Kilometer in mehr als 100 Städten zurückgelegt. Auch in Deutschland drehen die Lieferroboter bereits ihre Kreise. Wer bei Domino´s in Hamburg eine Pizza bestellt, dem kann passieren, dass wenig später tatsächlich ein Roboter mit der kostbaren Fracht vor die Haustür rollt...

Damit das auch reibungslos funktioniert, ist das kniehohe Fahrzeug mit Videokameras, Gyroskop-Systemen, Sirenen, einem Beschleunigungsmesser und GPS ausgestattet. Unterwegs ist es auf dem Bürgersteig mit einer Geschwindigkeit von 6 Stundenkilometern. Falls es zu eng wird, kann der Roboter zur Seite fahren und Fußgänger passieren lassen. Sollte trotzdem mal etwas passieren, ist das Fahrzeug haftpflichtversichert.


Der Lieferroboter im Einsatz, Quelle: Starship Technologies

Ein Produkt zu entwickeln ist die eine Sache, es wirtschaftlich zu betreiben, die andere. Im Moment finanziert sich das in London ansässige Unternehmen über Investoren. Erst Anfang des Jahres wurde eine neue Finanzierungsrunde in Höhe von 25 Millionen US Dollar abgeschlossen. Langfristig möchte das Unternehmen aber aus eigener Kraft profitabel sein. Die Strategie dazu ist interessant. Anstatt die Roboter als vollständige Flotte zu betreiben, verkauft Starship Technologies die Fahrzeuge an Unternehmen, die damit ihren eigenen Lieferdienst aufbauen können. Der Rechnung dahinter geht wie folgt: Bislang entfällt bei einer Bestellung der Großteil der Lieferkosten auf das Gehalt des Fahrers. Diese variablen Kosten könnten aber durch die Einmalzahlung für einen Lieferroboter ersetzt werden, was auf lange Sicht um ein Vielfaches günstiger ausfallen dürfte. Über die genauen Kosten für das Fahrzeug schweigt sich das Unternehmen aus, verweist aber auf die sinkenden Produktionskosten, sobald die Massenproduktion einmal gestartet wurde.


Selfie-Time - Quelle: Starship Technologies

Bislang gibt es gerade einmal 115 Stück der silbernen Lieferroboter. Das Ziel ist jedoch, die Flotte bereits bis Ende 2018 um weitere 1.000 Exemplare zu vergrößern. Während aktuell größtenteils Firmen und Universitäten mit großläufigen Campus-Anlagen zu den Abnehmern gehören, sollen die Roboter in Zukunft auch dauerhaft im Stadtgebiet zum Einsatz kommen. Angefangen bei Gastro-Lieferungen bis hin zu Ersatzteilen vom Elektromarkt – alles ist denkbar. Dass Starship Technologies der einzige Anbieter bleibt, ist allerdings unwahrscheinlich. Laut eigenen Angaben gibt es rund 20 Wettbewerber, weswegen der Markt um die perfekte Lösung für die „Letzte Meile“ heiß umkämpft ist. Eine Revolution bahnt sich an, und wer weiß, vielleicht tummeln sich eines Tages ganze Kolonnen diverser Lieferroboter auf unseren Bürgersteigen. Dazu surren dann am Himmel die Propeller von Amazons Lieferdrohnen... 



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