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Starlink - Weltweiter Internetzugang aus dem All

Aktualisiert: 7. Aug 2019


Elon Musk ist dafür bekannt, dass er seine Visionen, so groß sie auch sein mögen, erfolgreich umsetzt. Die Besiedlung vom Mars wird voraussichtlich doch noch etwas dauern, aber mit PayPal, Tesla und SpaceX hat er bereits gezeigt, wie man ganze Industriezweige auf den Kopf stellt. Nun müssen sich auch Telekommunikationskonzerne in Acht nehmen, denn weltweiter Internetzugang aus dem All wird zur Realität!


Wer heutzutage ein Smartphone besitzt, ist nicht mehr nur täglich, sondern eher stündlich im Internet unterwegs. Einmal kurz die E-Mails abrufen, die aktuellen Zugzeiten checken oder die Massen an Social Media abarbeiten! Laut einer Studie von ARD und ZDF verbringen wir Deutschen etwa 2 1/2 Stunden pro Tag mit diesem Medium. Dabei scheint es unvorstellbar, dass nur etwa die Hälfte der Weltbevölkerung Zugang zum Internet hat. Auch wenn die Nutzerzahlen dank immer günstiger werdenden Smartphones und Datentarifen schneller wachsen als früher, geht ohne den dazu benötigten Sendemast und den Zugang zum Mobilfunknetz nichts. Genau an diesem Punkt setzt die neueste Idee von Elon Musk an: „Starlink“, so der Projektname, will eine weltweite Abdeckung mit Breitband-Satelliteninternet erzielen. Egal ob man die 5th Avenue entlang schlendert oder sich durch den Amazonas kämpft, der Zugang zur Onlinewelt ist gesichert!

Bis 2025 will SpaceX, das Unternehmen hinter Starlink, dieses Unterfangen durch den Einsatz von aktuell 4425 Satelliten realisieren. Laut verschiedener Quellen beläuft sich das endgültige Gesamtvolumen jedoch auf knapp unter 12.000 Einheiten. Um die Dimensionen des Projekts zu verdeutlichen, sollte man wissen, dass sich aktuell gerade einmal 1738 aktive Satelliten im All befinden und Musk mit dem 6-fachen an Einheiten definitiv neue Maßstäbe setzt. Bislang werden Telekommunikationssatelliten meist in 36.000 km Höhe, in der sogenannten geostationären Umlaufbahn, platziert. Dort bewegen sie sich analog zur Erdrotation und befinden sich im Idealfall immer über dem gleichen Standort. Starlink platziert seine Satelliten jedoch deutlich niedriger – einen Teil auf 1.100 km und den Rest nur knappe 300 km über uns. Das bedeutet zwar einerseits kürzere Kommunikationswege und höhere Reaktionsgeschwindigkeiten, andererseits jedoch auch, dass die Satelliten ständig die Erde umkreisen. Ihre Bewegungen müssen also perfekt koordiniert werden, um Kollisionen zu vermeiden. Zudem muss die Kommunikation zwischen den Einheiten einwandfrei funktionieren, damit ein Satellit, der sich von einem spezifischen Standort wegbewegt hat, seine Aufgabe unverzüglich an den nachfolgenden Satelliten weiterreichen kann. Nur so wird eine ununterbrochene Internetverbindung gewährleistet.

Bereits Ende Februar hat Musk zwei Testsatelliten Tintin A und B, an Bord einer von SpaceX entwickelten Falcon 9 Rakete in die Umlaufbahn befördert. Vor einigen Tagen gab schließlich die „FCC“ (Federal Communications Commission) das Okay für den Einsatz der bisher geplanten 4425 Satelliten. Das war der Startschuss. Der weitere Ablauf sieht vor, dass Starlink bereits bis 2020 eingeschränkt einsatzbereit ist und das gesamte Netzwerk bis 2025 steht.


Start einer Falcon 9 Rakete von SpaceX, Quelle: Pixabay

Welche Bedeutung diese Innovation für Entwicklungsländer haben wird, ist möglicherweise noch gar nicht zu erahnen. Doch auch aus finanzieller Sicht ist dieses Projekt nicht zu verachten. Vor drei Jahren wurden die Gesamtkosten mit 10-15 Milliarden Dollar beziffert. Da SpaceX nach neusten Kalkulationen bis 2025 jedoch bereits mit 40 Millionen aktiven Nutzern rechnet, die einen Jahresumsatz von 30 Milliarden US Dollar generieren sollen, scheinen die anfänglichen Kosten definitiv tragbar. Auch andere Unternehmen wollen sich dieses Geschäft nicht entgehen lassen. Während Google und Fidelity zusammen etwa 1 Milliarde in Starlink investiert haben, betreibt „O3B“ (Other 3 Billion) ein ähnliches Projekt in Kooperation mit Boeing und hat bereits eine Reihe von aktiven Satelliten im All. „OneWeb“ arbeitet mit Airbus und will ebenfalls ein weltweites Netzwerk schaffen. Der große Vorteil von Musk? Er produziert und befördert seinen eigenen Raketen ins All, wodurch er schneller und günstiger arbeiten kann.

Das Internet verbindet die Welt und bietet eine schier endlose Menge an Wissen und Möglichkeiten. Es ist daher schwer vorstellbar, welch enormes Potenzial durch 3.8 Milliarden zusätzliche Internetnutzer freigesetzt werden könnte. Uns und allen zukünftigen Generationen steht eine interessante Zeit bevor.


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