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Ranking - Die sozial-innovativsten Unternehmen

Aktualisiert: 7. Aug 2019



Egal ob Apple, Amazon oder der Supermarkt um die Ecke: Mit jedem Unternehmen verbinden wir bewusst oder unbewusst Erfahrungen, Werte, Meinungen und Gefühle. Diese Assoziationen verdichten sich mit der Zeit zu einem Gesamteindruck – dem sogenannten Image.

Images haben Macht. Heute kann das Fehlverhalten eines einzigen Mitarbeiters im Handumdrehen einen Shitstorm in den sozialen Medien auslösen und zu enormen wirtschaftlichen Verlusten führen. Imagepflege ist daher zu einem wichtigen Bestandteil der Unternehmensführung geworden. Da passt es auch gut ins Bild, dass sich mehr und mehr Unternehmen sozial engagieren. Das amerikanische Magazin Fast Company würdigt jedes Jahr die innovativsten Unternehmen der Welt und hat nun die Gewinner in der Kategorie „Soziale Innovation“ gekürt. Wir wollen uns die Preisträger einmal genauer ansehen.

1) Patagonia

Der erste Platz geht an die amerikanische Outdoor-Marke Patagonia, die seit jeher ein radikales Öko-Image pflegt. In ihrer 45-jährigen Firmengeschichte konnten sich die Kalifornier nicht nur als eine der weltweit beliebtesten Outdoor-Produzenten etablieren, sondern auch beweisen, dass sich wirtschaftlicher Erfolg und Engagement für unseren Planeten nicht ausschließen. „Stelle das beste Produkt her, belaste die Umwelt dabei so wenig wie möglich und inspiriere andere Firmen, diesem Beispiel zu folgen und Lösungen zur aktuellen Umweltkrise zu finden“, lautet der Grundsatz des heute 78-jährigen Firmengründers Yvon Chouinard. Bereits vor 20 Jahren hat das Unternehmen seine Produktion zu 100% auf Bio-Baumwolle umgestellt. Heute haben die Kalifornier rund 300 Fair-Trade Produkte in ihrem Sortiment und eine eigene Stiftung mit Fokus auf die Umwelt: „1 % For The Planet“ verpflichtet alle teilnehmenden Unternehmen, ein Prozent des jährlichen Umsatzes an Umweltgruppen zu spenden. Auf diese Weise konnten bereits mehr als 100 Millionen Dollar gesammelt werden! Damit nicht genug, legte sich das Unternehmen letzten Dezember selbst mit dem Weißen Haus an. Nachdem Donald Trump angekündigt hat, zwei Naturschutzgebiete im US-Bundesstaat Staat Utah um mehr als 5.000 Quadratkilometer verkleinern zu wollen, hat Patagonia öffentlich Klage eingereicht. Mit einem derartig kompromisslosen Umweltaktivismus hat sich Patagonia den ersten Platz im Ranking zu Recht verdient.

2) Salesforce

Das Internetunternehmen Salesforce zählt zu den weltweit führenden Anbietern im Bereich Cloud-Computing für Unternehmen. Neben unternehmerischen Erfolgen steht der Konzern mit Sitz in San Francisco jedoch auch dank der Gründung einer gemeinnützigen Stiftung im Fokus der Öffentlichkeit. Die Salesforce Foundation basiert auf dem sogenannten 1/1/1-Modell: Jeweils 1 Prozent an Zeit, 1 Prozent an Produkten und 1 Prozent an Kapital fließen in soziale Organisationen beziehungsweise soziale Projekte. Jeder Mitarbeiter verfügt über 6 bezahlte Urlaubstage pro Jahr, an denen er sich sozial engagieren kann. Egal ob bei der örtlichen Bahnhofsmission oder beim Mauern eines Klassenzimmers in Kambodscha: Der Phantasie der Helfer sind keine Grenzen gesetzt. Das Modell wurde aufgrund des positiven Medienechos zur Kampagne „Pledge 1%“ ausgeweitet. Rund 75 Unternehmen folgen seither dem Beispiel von Salesforce und engagieren sich ebenfalls sozial. Salesforce hat damit gezeigt, dass schon ein kleiner Beitrag große Wirkung entfachen kann.

3) Starbucks

Die meisten Menschen assoziieren mit Starbucks wohl eher überteuerten Kaffee als soziales Engagement. Doch das mit rund 23.000 Filialen omnipräsente Kaffee-Imperium hat in den vergangenen Jahren konsequent daran gearbeitet, sein negatives Image aufzupolieren. Zusammen mit der Non-Profit Organisation Feeding America hat Starbucks ein Programm gestartet, dass die Kaffee-Kette dazu verpflichtet, unverkauftes Essen vollständig an gemeinnützige Tafeln zu spenden. Bis 2020 sollen auf diese Weise rund 50 Millionen Mahlzeiten pro Jahr für hilfsbedürftige Menschen bereitgestellt werden können. Zuvor hatte Starbucks bereits verkündet, rund 10.000 Flüchtlinge in seinen Filialen einstellen zu wollen. Die Reaktionen auf diese Ankündigungen fielen allerdings gemischt aus. In den sozialen Medien wurde dem Konzern vorgeworfen, dass amerikanische Kriegsveteranen eine ähnliche Förderung verdienen würden. Den Kritikern war wohl nicht bewusst, dass Starbucks bereits seit 2013 ein entsprechendes Programm unterstützt. Dennoch hat Starbucks in der Folge verlauten lassen, bis 2025 rund 25.000 weitere Veteranen einstellen zu wollen. Dieses soziale Engagement wird zurecht mit dem dritten Platz im Fast Company Ranking gewürdigt.

4) Aspiration

Aspiration ist ein im Jahr 2014 gegründeter Finanzdienstleister, der die Welt des Investment Bankings für alle zugänglich machen will. Während die Kunden der Investmentbanken, Hedge-Fonds und privaten Aktienfonds an der Wall Street meist große Unternehmen und Multimillionäre sind, bietet Aspiration SEC-registrierte Fonds an, die sich auch Mittelständler leisten können. Investiert wird ausschließlich in Unternehmen, welche sich sozial und nachhaltig engagieren. Die Kunden können dabei frei entscheiden, welche Gebühr sie an Aspiration zahlen. Mit diesem ungewöhnlichen Bezahlmodell möchte das Unternehmen Vertrauen stiften und sich für eine faire Bezahlung in der Finanzbranche stark machen. 10% der Gebühren fließen außerdem an wohltätige Organisationen. Mit dieser Strategie setzt das junge Unternehmen ein eindeutiges Zeichen: Gewinn ist wichtig, Menschen sind es aber auch.

5) Genentech

Genentech ist ein Biotechnologie-Unternehmen aus San Francisco. Bislang war die Firma in erster Linie für ihre Arbeit an neuen Medikamenten bekannt – von Insulin bis zur Behandlung von Brustkrebs. Nun gehen die Amerikaner noch einen Schritt weiter und möchten die nächste Generation an Wissenschaftlern ausbilden. Ganze 18 Millionen Dollar werden im Zuge der Futurelab-Initiative in Schulen im Süden San Franciscos investiert. Damit sollen Schüler für wissenschaftliche Themen begeistert werden. Ein Großteil des Investments fließt in einen 6.900 m2 großen Gebäudekomplex, in welchem die Heranwachsenden künftig die Möglichkeit haben werden, mit modernster Ausrüstung die Welt der Wissenschaft hautnah zu erleben. Das Projekt ist ein klares Statement: Bislang fließen finanzielle Mittel meist in das benachbarte Silicon Valley, der Süden von San Francisco wird hingegen vernachlässigt. Mit seiner Initiative möchte Genentech diese Region nun gezielt fördern. Das ist im wahrsten Sinne des Wortes ein Investment in die Zukunft und wird mit dem fünften Platz belohnt.

Die Plätze 6 bis 10 belegen die folgenden Unternehmen:

6) Ripple Foods: Will Milchprodukte durch umweltfreundliche Pflanzenproteine ersetzen.

7) Appolition: Sammelt über eine App Geld, um die Kaution für unschuldig Angeklagte bezahlen zu können.

8) Motivate: Bietet kostengünstiges Bike-Sharing für einkommensschwache Menschen an.

9) Apolitical: Verbindet politische Entscheidungsträger, um die Zusammenarbeit und den Ideenaustausch hinsichtlich dringender Probleme auf der Welt zu fördern.

10) &pizza: Setzt sich für fairen und existenzsichernden Lohn ein.


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