• Alex

Rewind - Verbrechen wie im Film aufklären



Die erfolgreiche Netflix-Serie „Black Mirror“ erzählt von einer Zukunft in einer rein digitalen Welt. Einige Folgen sind belustigend, andere schockierend und manche derart realistisch, dass man Gänsehaut bekommt. Bestes Beispiel: Die Folge „Crocodile“ der aktuellen Staffel. Hier spielt Technik eine entscheidende Rolle bei der Aufklärung von Verbrechen - mittels Einblicken in Erinnerungen können Tatorte exakt rekonstruiert werden. Was zunächst abgefahren klingt, ist laut einem Studententeam der Technischen Universität München in gewisser Weise kein abwegiges Zukunftsszenario.

Ermöglicht werden soll die Verbrechensaufklärung 2.0 durch die Unmengen an Bild- und Videomaterial, die bereits heute Tag für Tag aufgenommen werden. Egal ob Überwachungskameras im öffentlichen Raum, Satellitenaufnahmen oder Webcams - unser Alltag wird systematisch aufgezeichnet und für die Zukunft aufbewahrt. Doch wir stehen erst am Anfang dieser Entwicklung! Es ist schwer absehbar, welche Fortschritte in den kommenden 50 Jahren im Bereich der Kamera- und Satellitentechnik gemacht werden. Klar ist aber, dass sich die Qualität und Informationsdichte des Bildmaterials massiv verbessern wird. Neben diesen aktiven Methoden der Überwachung bieten auch die Massen an Selfies und Videos, die weltweit auf sozialen Netzwerken wie Facebook, Instagram oder YouTube veröffentlicht werden, verwertbare Informationen. Allein auf Instagram werden pro Tag rund 95 Millionen Posts geteilt – Trend steigend!

Angesichts solcher Zahlen liegt es auf der Hand, die bis dato größtenteils ungenutzten Bildmaterialen für eine effizientere Verbrechensaufklärung einzusetzen. Das Konzept des Studententeams sieht eine Software vor, welche sämtliche Daten aus den unterschiedlichsten Quellen auslesen und sortieren kann. Über einen Algorithmus wird anschließend eine virtuelle und räumlich erlebbare Erinnerung generiert. Eine Art Zeitreise also, nur digital.

Mit dieser Software, von den Studenten „Rewind“ genannt, geht auch ein völlig neues Berufsbild einher. Ein Agent der Kriminalpolizei wird künftig auf die Verbrechensaufklärung mittels „Rewind“ spezialisiert sein. Bei ungeklärten Verbrechen kann er in die Vergangenheit eintauchen und so das Geschehene detailgetreu nachstellen. Zusätzliche Hinweise und Hintergrundinformationen könnten schließlich dazu beitragen, das Verbrechen aufzuklären. „Rewind“ wird auch mit diversen Tools ausgestattet sein, um bestehendes Material zu schützen. In erster Linie geht es nämlich darum, Cybercrime-Kriminellen keinen Zugriff auf die Daten zu ermöglichen. Andernfalls könnten durch gezielte Hackerangriffe Daten manipuliert und digitale Spuren von Verbrechern verwischt werden.


Zum jetzigen Zeitpunkt ist das Studentenprojekt eine reine Zukunftsvision. Doch angesichts der stetigen Zunahme an Bild- und Videomaterial ist es mehr als wahrscheinlich, dass in 50 Jahren ein vergleichbares System bei der Aufklärung von Verbrechen unterstützend zum Einsatz kommen könnte. Auch wenn das Thema Datenschutz eine große Hürde bei der Realisierung einer solchen Software sein wird, zeigt das Studentenprojekt auf eindrucksvolle Weise, dass die Digitalisierung auch vor eher konservativen Bereichen wie der Verbrechensaufklärung keinen Halt macht und unser Leben in den kommenden Jahrzehnten komplett verändern wird.

Das Projekt wurden von den folgenden Studierenden erarbeitet:

Katharina Steinbach, Lukas Schwabenbauer, Alexander Graf & Bharadwaj Kulkarni.

Vielen Dank für die Bereitstellung der Materialien!

Die gesamte Serie "Die Welt im Jahr 2068" ist hier zu finden.


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