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Pacific Garbage Screening - Kampf dem Plastikmüll!

Aktualisiert: 12. Apr 2019


Eisberg oder Plastiktüte? Quelle: Pacific Garbage Screening e.V.

Was wie der Traum eines jeden Studenten klingt, ist für Marcella Hansch Realität geworden. Für ihre Masterarbeit entwickelte die 32-jährige Architektin ein Modell, das die Meere von Plastik befreien soll. Doch bei einer guten Abschlussnote allein sollte es nicht bleiben. Das Thema wurde in den Medien immer bekannter, bis sogar Fachleute die Idee als umsetzbar eingestuft haben. Spätestens da war für Hansch klar, dass sie alles daransetzen würde, um das Projekt in die Realität umzusetzen. Nun hat sie über eine Crowdfunding-Plattform zusammen mit ihrem Team bereits 230.000 Euro eingesammelt. Für uns Grund genug, das Projekt „Pacific Garbage Screening“ einmal genauer anzusehen.

Es ist eine traurige Wahrheit, dass unsere Ozeane zunehmend im Plastikmüll versinken. Mittlerweile landen rund 10% des weltweit genutzten Plastiks in den Weltmeeren – mit teils gravierenden Folgen. Seevögel verenden qualvoll an Handyteilen in ihrem Magen, Schildkröten halten Plastiktüten für Quallen und Fische verwechseln winzige Plastikteilchen mit Plankton. Schon längst ist Plastikmüll eines der größten Umweltprobleme unserer Zeit, doch eine Lösung gibt es bislang nicht. Noch nicht.

Mit Pacific Garbage Screening wollen Hansch und ihr 35-köpfiges Team nun aktiv gegen die Problematik vorgehen. Die Idee ist dabei vergleichsweise simpel: Eine schwimmende Plattform soll durch ihre spezielle Bauweise anschwimmende Plastikpartikel aus dem Meer filtern. Um Meerestiere nicht zu gefährden, verzichtet die gesamte Konstruktion auf Netze. Stattdessen macht sich die Plattform die Meeresströmungen der Ozeane zu Nutze. Für gewöhnlich sorgt die Strömung der Meere dafür, dass Plastikteile bis zu 30 Meter unter der Wasseroberfläche treiben, obwohl Plastik eigentlich leichter ist als Wasser. Mit einer Tiefe von 35 Metern soll die Plattform jedoch in der Lage sein, die Meeresströmung punktuell zu beruhigen, sodass das Plastik durch seinen eigenen Auftrieb zurück an die Wasseroberfläche steigt. Dort kann es dann ohne Netze eingesammelt werden – also ohne dass Meeresbewohner bedroht wären.


Visualisierung der Plattform, Quelle: Pacific Garbage Screening e.V.

Doch was soll mit dem gefilterten Plastikmüll passieren? Recycling ist ungeeignet, da das Salzwasser die Molekülstruktur von Plastik zerstört und eine effiziente Wiederverwendung nicht möglich ist. Deswegen hat sich Pacific Garbage Screening auch hier einen innovativen Ansatz einfallen lassen. Der Plastikmüll soll in Wasserstoff und Kohlendioxid umgewandelt werden. Der Wasserstoff soll daraufhin die Brennstoffzellen der Anlage versorgen, während mit dem Kohlendioxid Algen gezüchtet werden könnten, aus denen wiederum biologisch abbaubarer Kunststoff hergestellt werden kann.

Im Moment treibt Hansch ihr Projekt neben ihrem Vollzeitberuf als Architektin gemeinsam mit rund 35 Ehrenamtlichen voran. Die Crowdfunding-Kampagne soll helfen, die finanziellen Mittel bereitzustellen, um richtig durchstarten zu können. Läuft alles nach Plan, wird bereits in 5 Jahren der erste Prototyp gebaut. Dieser soll dann an einer Flussmündung eingesetzt werden, damit das Plastik gar nicht erst ins Meer gelangen kann.

Tatsächlich ist Pacific Garbage Screening nicht das einzige Projekt gegen Plastikmüll in unseren Ozeanen. Der Niederländer Boyan Slat arbeitet beispielsweise an dem Ocean Cleanup Project, bei dem riesige schwimmende Barrieren den Plastikmüll auffangen sollen. Im Gegensatz zu Pacific Garbage Screening wird dabei aber nur der sichtbare Teil des Problems gelöst. Doch auch wenn eine erfolgreiche Implementierung der Ideen noch eine Weile dauern wird, begrüßen wir jede Initiative, die gegen eines der größten Umweltprobleme unserer Zeit helfen kann.



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