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Nein zu Plastik - Diese Unternehmen setzen auf mehr Nachhaltigkeit

Aktualisiert: 12. Apr 2019


Es ist ein erschreckendes Szenario, das die Ellen MacArthur-Stiftung im Januar 2017 auf dem Wirtschaftsform in Davos beschrieb: Wenn wir weitermachen wie bisher, wird im Jahr 2050 mehr Plastikmüll als Fische in unseren Ozeanen schwimmen. Demnach landen pro Jahr mindestens acht Millionen Tonnen Plastik im Meer. Das entspricht einem vollen Müllwagen pro Minute!


Angesichts der stetig steigenden Plastikproduktion besteht dringend Handlungsbedarf. Während wir an dieser Stelle gerne über innovative Alternativen gegen Plastik berichten, wollen wir heute einen Blick auf fünf etablierte Unternehmen (Lego – Adidas – Unilever – IKEA – Evian) werfen, die mit ihrem Engagement gegen Plastik als gutes Beispiel vorangehen – und damit einen neuen Trend in Unternehmen ausgelöst haben.​



LEGO

Wer kennt sie nicht – die knallbunten Plastiksteinchen aus dem Hause Lego. Bislang werden Lego-Steine aus sogenannten ABS-Kunststoffen gefertigt. ABS-Kunststoffe sind zwar besonders fest und stabil, haben aber auch den großen Nachteil, dass sie nur mit Erdöl hergestellt werden können.


Im vergangenen Jahr hat der Spielzeug-Konzern nun begonnen, botanische Elemente wie Blätter, Büsche und Bäume aus Zuckerrohr-Kunststoff zu produzieren. Momentan umfasst diese Linie 25 verschiedene Bausteine. Für die herkömmlichen Steine ist der pflanzliche Kunststoff allerdings ungeeignet, da er nicht robust genug ist. Deswegen hat Lego nun ein Entwicklungslabor geschaffen, dass sich ausschließlich mit der Zukunft der Lego-Steine beschäftigt. 100 Mitarbeiter und ein Budget von 100 Millionen Euro sollen helfen, bis 2030 Alternativen für Plastik zu finden. Auf lange Sicht könnte das den Plastikverbrauch immens senken, denn momentan verwendet das Unternehmen jedes Jahr bis zu 6000 Tonnen Plastik.​



Adidas

Im vergangenen Jahr hat der Sportartikelhersteller aus Herzogenaurach mit der Ankündigung überrascht, ab 2024 nur noch recyceltes Plastik in seinen Produkten verwenden zu wollen. Derzeit besteht etwa die Hälfte der Werkstoffe, die der Konzern in seinen jährlich 920 Millionen Artikeln einsetzt, aus Kunststoff. Insbesondere Polyester ist dank seines leichten Gewichts zu einem unverzichtbaren Material in Sportartikeln geworden. Das Unternehmen lässt bereits Taten folgen: Die Frühlings- und Sommerkollektion 2019 wird rund 41% recyceltes Polyester enthalten. Sollte Adidas tatsächlich im Stande sein, in Zukunft ausschließlich recyceltes Plastik zu verwenden, könnten somit pro Jahr rund 40 Tonnen Plastik eingespart werden. ​


Zusätzlich arbeitet Adidas mit der Umweltschutz-Organisation ‚Parley‘ zusammen, die sich den Schutz der Meere vor der Plastik-Invasion zum Ziel gesetzt hat. Gemeinsam haben die beiden Unternehmen einen Schuh entworfen, der mit Plastikmüll aus Ozeanen hergestellt wird. Von diesem sollen 2018 schätzungsweise 5 Millionen Paare verkauft worden sein. Wegen der großen Nachfrage hat der Konzern die ‚Parley‘-Kollektion nun sogar auf Shorts und Shirts ausgeweitet. ​



Unilever

Das niederländische Unternehmen ist den meisten Menschen wohl nur durch seine zahlreichen Marken wie Axe, Knorr, Lipton oder Magnum sowie durch seinen hohen Bedarf an Verpackungsmaterial bekannt. Dafür verwendet das Unternehmen derart viel Plastik, dass das Umweltbündnis #breakfreefromplastic Unilever neben dem Konkurrenten Nestlé als Hauptverantwortlichen für den Plastikmüll in unseren Ozeanen identifiziert hat. Folglich ist die Entscheidung des Konzerns, künftig weniger Plastik einzusetzen, besonders wichtig. Konkret möchte Unilever ab 2025 nur noch wiederverwertbare, recycelbare oder kompostierbare Kunststoffe verwenden. An geeigneten Alternativen wird momentan geforscht. Für sein Engagement wurde Unilevers CEO Paul Polman sogar mit dem ‚Champion of the Earth Award‘ der Vereinten Nationen ausgezeichnet.​



IKEA

Der schwedische Möbel-Konzern ist nicht nur für abgefahrene Produktnamen und preiswerte Hotdogs bekannt, sondern neuerdings auch für sein gestiegenes Umweltbewusstsein. Bis 2020 möchte das Unternehmen sämtliches Einweg-Plastik aus seinen Regalen entfernen. Dazu gehören Teller, Becher, Strohhalme oder Gefrierbeutel. Schon im Vorfeld hat sich Ikea dazu entschieden, kein Plastik auf Öl-Basis mehr zu verwenden, und ab 2020 ausschließlich Kunststoff aus recyceltem Material in seinen Produkten einzusetzen. Hierfür hat das Unternehmen nun in eine Recyclinganlage in den Niederlanden investiert. Die Initiative ist Teil einer Kampagne zur neuen Nachhaltigkeitsstrategie "People & Planet Positive". Ziel ist es, bis zum Jahr 2030 in allen Bereichen wesentlich nachhaltiger zu arbeiten.​



Evian

Bis 2025 möchte die französische Wasser-Marke Evian für die Herstellung ihrer Flaschen ausschließlich recyceltes Plastik verwenden. Dazu arbeitet das Unternehmen nun mit Loop Industries zusammen, einer kleinen Tech-Firma aus Kanada. Loop Industries hat eine chemische Formel entwickelt, mit deren Hilfe PET-Flaschen – unabhängig von Form, Farbe oder Größe – zu 100% recycelt werden können. Dieser Prozess ist geradezu revolutionär. Denn bislang werden Plastikflaschen lediglich gewaschen, zerkleinert und anschließend eingeschmolzen. Das recycelte Plastik ist anschließend jedoch qualitativ schlechter, weshalb viele Hersteller recycelte Materialien nur zu einem Anteil von sechs bis sieben Prozent verwenden. Die Partnerschaft von Evian und Loop Industries könnte also zum Vorbild für zahlreiche weitere Hersteller werden.


Zweifelsohne sind diese Maßnahmen im Moment nur ein heißer Tropfen auf dem Stein. Kritiker werden sogar einwerfen, dass viele Unternehmen ihr Umweltbewusstsein lediglich zur Imagepflege vortäuschen. Von "greenwashing" ist häufig die Rede... Damit mögen sie auch recht haben. Dennoch sind wir der Auffassung, dass sich in unserer heutigen Gesellschaft Umweltbewusstsein zu einem wichtigen Wettbewerbsfaktor entwickelt, der in Zukunft Unternehmen gewissermaßen zu einem nachhaltigen Handeln „zwingen“ wird. Denn gerade die jüngere Generation rund um die oft zitierten Millennials wird sich im Zweifel wohl stets für das nachhaltigere Produkt entscheiden. ​

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