• Alex

AIMOS - Nahverkehr neu gedacht



Momentan ist es sehr schwierig, abgedrehte Szenarien für die Zukunft zu entwerfen, da viele Dinge schon so nah sind. Vor wenigen Jahren wäre es beispielsweise undenkbar gewesen, mit dem Smartphone ein Auto zu mieten und damit im nächsten Moment durch den Stadtverkehr zu düsen. Heute gehören CarSharing Dienste wie DriveNow oder car2go fest zu unserem Alltag und sind vielerorts nicht mehr aus dem Stadtbild wegzudenken. Doch sogar diese innovativen Geschäftsmodelle könnten schon bald wieder überholt sein. Google startet Ende des Jahres seinen autonomen Taxi-Service, der CarSharing irgendwann überflüssig machen könnte. Und der Fahrdienst-Vermittler Uber geht sogar noch einen Schritt weiter und arbeitet tatsächlich an fliegenden Taxis!

Die Dynamik, mit der viele Unternehmen an der Mobilität von morgen arbeiten, zeigt klar, dass sich der urbane Lebensraum gerade in einem starken Umbruch befindet. Schon bald wird der Nahverkehr nicht mehr nur aus Bus und Bahn bestehen, sondern viele weitere individuelle Lösungen bieten. Da könnte es irgendwann schwierig werden, den Durchblick zu behalten. Das haben sich auch Studenten der Technischen Universität München gedacht. Deswegen haben sie im Rahmen eines Projektes an der Frage gearbeitet, wie Mobilität in Zukunft gesteuert werden könnte. Das Ergebnis? Ein intelligenter Mobilitätsservice namens AIMOS, was für „Artificial Intelligence Mobility System“ steht. Der Name ist Programm! Denn AIMOS basiert auf einer künstlichen Intelligenz und soll eines Tages für einen sich stetig verbessernden Verkehrsfluss in Städten sorgen. Die Vision hinter dem Konzept ist es, alle bisher eigenständigen Verkehrssysteme in einem zentralen System zu bündeln.


Für den User würde das etliche Vorteile mit sich bringen. Nie wieder einen Fahrplan lesen und keine Fahrkarte mehr am Automaten kaufen müssen sind nur einige davon. Denn dank der Digitalisierung können verschiedene Verkehrsmittel beliebig kombiniert werden. Der Nutzer kann über eine App einfach seinen gewünschten Zielort eingeben und das intelligente System berechnet die schnellste Route mit den aktuell verfügbaren Verkehrsmitteln. Der morgendliche Weg zur Arbeit könnte dann wie folgt aussehen: Mit dem o-Bike vor der Haustür geht es zum nächsten Bahnhof. Von dort fährt man fünf Stationen mit der Bahn bis zum nächsten DriveNow-Auto, mit dem dann die letzten Meter bis zum Arbeitsplatz zurückgelegt werden. Je nach Verkehrslage und Verfügbarkeit der jeweiligen Mobilitätsangebote wird stets die schnellste oder günstigste Strecke errechnet. Am nächsten Tag ist also möglicherweise ein Uber die bessere Alternative.

Erste Beispiele gibt es bereits heute, wie die App 'moovel', über die man öffentlichen Nahverkehr, aber auch car2go und mytaxi buchen und direkt bezahlen kann. AIMOS möchte aber noch einen Schritt weitergehen. Schließlich geht es nicht nur darum, die Verkehrssteuerung so intelligent und effizient wie möglich zu gestalten, sondern ein nachhaltiges Zusammenspiel aus Technik, Mensch und Umwelt zu ermöglichen. Statt in einem Auto von A nach B zu gelangen, könnten zukünftig elektrisch angetriebene Pods das Hauptverkehrsmittel sein. Schon heute testet die Deutsche Bahn einen vergleichbaren Roboter-Bus. “Ioki” sieht zwar eher aus wie eine Skigondel, als ein Bus, bietet aber immerhin Platz für 8 Personen. Menschen, die bislang mit dem Auto im Stau gestanden haben, könnten sich künftig direkt vor der Haustür mit diesem Gefährt abholen und zum nächstgelegenen Bahnhof fahren lassen. Über intelligente Algorithmen wird es dann möglich sein, gleiche Strecken mit mehreren Fahrgästen zu bündeln, ohne dass die Umwege für jeden Einzelnen zu lang werden. AIMOS sei Dank!


AIMOS deckt die gesamte Mobilität 2.0 ab

Intelligente Systeme wie AIMOS werden dazu beitragen, dass der öffentliche Nahverkehr immer attraktiver wird und der Anteil an eigenen Autos in Städten zurückgeht. Dieser Trend ist schon seit Jahren zu beobachten. Immer mehr junge Erwachsene, die in der Stadt wohnen, verzichten auf ein eigenes Auto. Das ist ein gesellschaftlicher Wandel, der sehr gut zur technischen Entwicklung von autonomen Fahrzeugen, Car-Sharing-Flotten, Bike-Sharing-Anbietern et cetera passt. Was bislang fehlt, ist ein System, welches all diese Angebote bündelt und mit einer attraktiven User-Experience vereint. Hierfür wäre das Konzept der Münchner Studenten genau die richtige Lösung. Mit AIMOS sind wir für die Mobilität von morgen gerüstet!

Das Projekt wurde von den folgenden Studierenden erarbeitet:

Rebekka Sophie Schäfer, David Drust, David Ruf, Moritz Duerr, Johannes Weckerle & Bastian Höschele.

Vielen Dank für die Bereitstellung der Materialien!​

Die gesamte Serie "Die Welt im Jahr 2068" ist hier zu finden.


  • Grey Facebook Icon
  • Grey Instagram Icon
  • Grey LinkedIn Icon

Copyright © 2019. Created by Next Big Thing.