• Alex

Hyperloop - Reisen im 21. Jahrhundert

Aktualisiert: 7. Aug 2019



Obwohl bislang noch kein Mensch mit einem Hyperloop gefahren ist, ist die Aufregung um das revolutionäre Transportmittel gewaltig. Das Konzept verspricht, das ideale Transportmittel für das 21. Jahrhundert zu sein. Nun haben erste Bauarbeiten im französischen Toulouse begonnen. Wir wollen einen Blick auf eines der spannendsten Mobilitätsprojekte unserer Zeit werfen.

Vor nicht allzu langer Zeit war die Rohrpost der schnellste Weg, um ein Dokument von A nach B zu verschicken. Das Prinzip dahinter ist im Vergleich zu den hochkomplexen Kommunikationstechniken von heute denkbar einfach. Luft wird mit Hochdruck in eine Röhre hineingepresst, woraufhin die darin liegende Kapsel beschleunigt und an das andere Ende der Leitung katapultiert wird. Ein zweckmäßiges System, das allerdings durch die Digitalisierung obsolet wurde. Deswegen ist es umso erstaunlicher, dass die Technik hinter der Rohrpost nun ein Comeback erlebt - und zwar als revolutionäres Transportmittel für Menschen.

Die kuriose Idee stammt von Elon Musk, dem wohl größten Unternehmer seit Henry Ford und Howard Hughes. 2012 hat der Silicon Valley-Tycoon das Konzept auf ein paar Seiten beschrieben, ins Netz gestellt und damit einen regelrechten Hype ausgelöst! In kürzester Zeit haben Unternehmen weltweit mehrere hundert Millionen Dollar eingesammelt, um das zu verwirklichen, was laut Musk das fünfte Verkehrsmittel neben Auto, Flugzeug, Schiff und Bahn werden könnte – der sogenannte „Hyperloop“.


Konzept der Kapsel, Quelle: Hyperloop TT

Was genau soll das sein? Das Konzept sieht eine Passagierkapsel mit Platz für rund 40 Menschen vor, die durch eine Vakuumröhre geschossen wird und dabei Geschwindigkeiten von rund 1200 km/h erreichen soll – also beinahe Schallgeschwindigkeit. Rechnerisch könnten sich mit dem Hyperloop Strecken von bis zu 1.500 Kilometer deutlich schneller als mit dem Flugzeug und günstiger als mit der Bahn realisieren lassen. Ein Beispiel: Die Fahrzeit auf der neugebauten Bahnstrecke zwischen Berlin und München beträgt knappe vier Stunden. Ein Hyperloop bräuchte für die selbe Distanz lediglich 39 Minuten und das inklusive Ticketkauf, Check-In und Boarding.

Elon Musk hat zwar beschrieben, wie ein Hyperloop aussehen sollte, jedoch nicht weiter an dessen Umsetzung gearbeitet. Stattdessen hat der Tesla- und SpaceX-CEO die “Hyperloop Pod Competition” ins Leben gerufen und Studententeams aus aller Welt aufgefordert, sein Konzept weiterzuentwickeln. Unter ihnen befindet sich auch das Team WARR Hyperloop der Technischen Universität München. Bereits zwei Mal gelang es den Münchner Studenten, mit ihrem Prototyp den Wettbewerb zu gewinnen. Bald folgt die dritte Auflage. Dann gilt es, die bisherige Höchstgeschwindigkeit der Deutschen von 324 km/h zu übertreffen.


Studenten der TU München mit Elon Musk, Quelle: WARR Hyperloop

Doch nicht nur Studenten befassen sich mit dem Hyperloop. Auch zahlreiche Startups arbeiten intensiv an der Realisierung des Konzepts. Erst kürzlich hat die amerikanische Firma Hyperloop Transportation Technologies mit der Ankündigung für Aufsehen gesorgt, die erste Hyperloop-Strecke in Europa bauen zu wollen. Die ersten Bauteile im Originalmaßstab wurden bereits an die Baustelle bei Toulouse in Frankreich gebracht. Im Sommer soll dann auch die passende Passagierkapsel einsatzbereit sein. Auch wenn es sich bei dem Projekt vorerst nur um eine Teststrecke handelt, könnte bei positivem Verlauf das Reisen in der Vakuumröhre in greifbare Nähe rücken.


Anlieferung der Röhre in Toulouse, Quelle: Hyperloop TT

Als größter Konkurrent von Hyperloop TT gilt die ebenfalls in Amerika angesiedelte Firma Hyperloop One, die mit Virgin-Gründer Richard Branson Ende 2017 einen gewichtigen Sponsor bekam und im Gegensatz zu Hyperloop TT bereits eine Teststrecke in Nevada und Geschwindigkeiten von knapp 390 km/h vorweisen kann. Branson selbst zeigt sich optimistisch, dass in den kommenden 2-3 Jahren die ersten Menschen mit einem Hyperloop reisen werden.

Im Moment sind alle Entwickler noch weit von ihrem angepeilten Ziel von 1.200 km/h entfernt. Abgesehen von den technologischen Hürden bleiben bis dato auch viele Sicherheitsfragen, die Finanzierbarkeit sowie regulatorische Vorgaben ungeklärt. Elon Musk, aber auch die anderen involvierten Unternehmen weisen jedoch weiter darauf hin, dass der Bau der Infrastruktur weitaus günstiger als etwa der Bau von Eisenbahnstrecken sein soll.

Ob der Hyperloop tatsächlich das Langstreckentransportmittel der Zukunft oder nur eine Sackgasse der Technologiegeschichte ist, muss sich erst noch zeigen. Doch die Technologie hat das Potenzial, sowohl das Reisen, als auch den Transport von Gütern zwischen Städten grundlegend zu revolutionieren.


Der Hyperloop im Testbetrieb, Quelle: Virgin Hyperloop One


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