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Gigafactory - Wie Tesla die Welt verändern möchte

Aktualisiert: 7. Aug 2019


Tesla baut derzeit im amerikanischen Nevada die größte Fabrik der Welt. In der Gigafactory sollen Batteriezellen für Elektroautos und andere Energiespeicherprodukte zu geringen Kosten hergestellt werden. Mit dem 5-Milliarden Dollar schweren Projekt verfolgen die Kalifornier aber noch weit aus höhere Ziele.


“We must at some point achieve a sustainable energy economy or we will run out of fossil fuels to burn and civilization will collapse.”

Elon Musk ist wahrlich kein Mann der leeren Worte. Mit seinem Unternehmen Tesla verfolgt der Silicon Valley-Tycoon eine klare Mission: Die Beschleunigung des Übergangs zu nachhaltiger Energie durch erschwingliche Elektrofahrzeuge und andere Energieprodukte. Für das Jahr 2018 hat der Elektroauto-Hersteller angepeilt, rund 500.000 Fahrzeuge zu produzieren. Das Problem? Tesla würde hierfür die weltweite Jahresproduktion an Lithium-Ionen-Batterien benötigen.

Aus diesem Grund haben sich die Kalifornier dazu entschlossen, das Projekt Gigafactory in Angriff zu nehmen, um stets ausreichend Batterien für die Produktion der begehrten Elektroautos vorrätig zu haben. Wie der Name bereits vermuten lässt, handelt es sich bei der Gigafactory um keine gewöhnliche Fabrik, sondern um die größte Produktionsanlage der Welt. Die Ausmaße sind so gewaltig, dass die Anlage nach ihrer Fertigstellung im Jahr 2020 mit bloßem Auge aus dem Weltraum erkennbar sein wird!


Bisheriger Baufortschritt der Gigafactory, Quelle: Google Maps

Doch die schiere Größe allein rechtfertig noch lange nicht die reißerische Überschrift dieses Artikels. Denn Tesla möchte mithilfe der Gigafactory Elektrofahrzeuge endlich salonfähig machen. Bislang wurde die Massenadaption von elektrischen Autos maßgeblich durch zwei Dinge behindert: Das wären zum einen die hohen Kosten für die Batterien, die den Gesamtpreis des Autos in die Höhe treiben, und zum anderen die geringe Speicherkapazität, welche die Reichweite einschränkt. Die Gigafactory soll beide Probleme lösen. Ganz nach dem Vorbild von Henry Ford, der vor rund 100 Jahren die Massenproduktion von Autos wirtschaftlich machte, soll nun die Batterieproduktion um ein Vielfaches skaliert werden, um somit Kostenvorteile erzielen zu können. Experten gehen davon aus, dass Tesla auf diese Weise die Kosten für die Batterien um rund 30% senken könnte. Für den Kunden bedeutet dies, dass für den selben Kaufpreis mehr Batterien im Fahrezug verbaut werden können. Das gesteigerte Preis-Leistungs-Verhältnis dürfte folglich die Attraktivität von Elektoautos weiter steigern.

Das alleine reicht Tesla allerdings nicht. Obwohl die Kalifornier in erster Linie als Autohersteller verstanden werden, liegt der Fokus nicht mehr ausschließlich auf der Produktion von Elektroautos. Das wird bereits am Namen deutlich: Aus "Tesla Motors" wurde im letzten Jahr "Tesla". ​In der Gigafactory sollen deshalb auch die Batteriezellen für die hauseigenen Stromspeicher sowohl für den privaten als auch den gewerblichen Gebrauch hergestellt werden. Ein erstes Pilotprojekt hat das Potenzial der sogeannten Powerpacks bereits unterstrichen. In Ontario im Süden Kaliforniens hat Tesla im vergangenen Jahr die größte Energiespeicher-Anlage der Welt errichtet. Sie besteht aus 396 Powerpacks, welche bereits vollständig in dem bisher fertiggestellten Teil der Gigafactory produziert wurden. Die Kapazität der gesamten Anlage reicht aus, um 15.000 Häuser für 4 Stunden mit Strom zu versorgen. Gerade in den Morgen- und Abendstunden, wenn der Stromverbrauch sein Maximum erreicht, kann das System die schädliche Stromgewinnung mittels Erdgas entlasten.

Dieses Beispiel zeigt, dass der Bedarf nach Batteriezellen schon heute enorm ist und in den kommenden Jahren um ein Vielfaches ansteigen wird. Selbst nach ihrer endgültigen Fertigstellung im Jahr 2020 wird die Gigafactory die weltweite Nachfrage nicht befriedigen können. Deswegen sucht Tesla bereits nach einem europäischen Standort für eine zweite Megafabrik. In einem Interview für die Dokumentation "Before the flood comes" betonte Elon Musk, dass 100 Gigafactories benötigt werden würden, um die gesamte Erde mit den notwendigen Energiespeicherprodukten versorgen zu können. Dass Tesla das alleine nicht schaffen kann, ist offensichtlich. Vielmehr müssen andere Konzerne dem Beispiel folgen und ihre eigenen Gigafactories bauen. Dann wäre auch Tesla seinem Ziel, den Übergang zu erneuerbaren Energien zu meistern, ein Stück weit näher.


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