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Airport 2.0 - Der Flughafen von morgen

Aktualisiert: 7. Aug 2019



Auf Flughäfen herrscht grundsätzlich eine seltsame Atmosphäre. Obwohl meist die Vorfreude auf die anstehende Reise überwiegt, können der fehlende Komfort und die langen Wartezeiten gehörig an den Nerven zerren. Check-in, Gepäckabgabe, Sicherheitskontrolle, Boarding ... die Zeit, die wir vor dem Abflug in Warteschlangen verbringen, fällt meist sehr, sehr lange aus. Daran hat sich seit Beginn der kommerziellen Luftfahrt wenig geändert. Man könnte fast behaupten, dass Flughäfen – mit wenigen Ausnahmen - noch nicht im 21. Jahrhundert angekommen sind. Doch das dürfte sich schon bald ändern! Neue Technologien sind im Anflug und werden zu einer Revolution unseres gewohnten Reiseerlebnisses führen. In diesem Beitrag wollen wir uns den Flughafen der Zukunft einmal genauer ansehen. Fasten your seatbelts and get ready for takeoff!

Check-In und Gepäckabgabe

Die klassischen Check-In-Schalter könnten schon bald der Vergangenheit angehören. Während das Einchecken über das Smartphone mittlerweile zur Selbstverständlichkeit geworden ist, wird man künftig auch die Gepäckabgabe eigenständig durchführen können. Der Flughafen London Heathrow ist schon heute mit entsprechenden Gepäckstationen ausgestattet, an denen Fluggäste unabhängig von der Airline ihre Koffer abgeben können. Das verkürzt nicht nur die Wartezeit, sondern erspart auch die langwierige Suche nach dem Schalter der jeweiligen Fluggesellschaft. Auch in München sind derartige Check-In-Automaten bereits verfügbar – allerdings nur für Flüge der Lufthansa und ihrer Partner der Star Alliance.

Molekulare Körperscanner

Der wohl nervigste Teil einer Reise ist die Sicherheitskontrolle. Schuhe, Gürtel und Jacken müssen ausgezogen und der zuvor mühsam gepackte Rucksack wieder teils entpackt werden. Doch dieses Prozedere könnte dank sogenannter Laserscanner bald ein Ende haben. Laserscanner funktionieren auf Molekularbasis und sind in der Lage, Menschen aus bis zu 50 Meter Entfernung zu scannen und dabei verbotene Chemikalien, Biowaffen oder Drogen aufzuspüren. Der Passagier kriegt davon nichts mit und muss sich weder entkleiden, noch seine Taschen entleeren. Die Sicherheitskontrolle fällt somit deutlich komfortabler und effizienter aus als bisher. Zudem würde der Einsatz von Laserscannern das derzeit geltende 100ml-Limit für Flüssigkeiten obsolet machen.

Biometrische Sicherheitsverfahren

Nicht nur das neue iPhone X unterstützt Gesichtserkennung, auch Flughäfen werden künftig vermehrt auf biometrische Verfahren zur schnellen Identifizierung der Passagiere zurückgreifen. Der Dubai International Airport leistet auf diesem Gebiet bereits Pionierarbeit: Ab dem kommenden Sommer werden Passagiere einen kurzen Tunnel durchlaufen müssen, welcher mit 80 Kameras ausgestattet ist. Dabei werden hochauflösende Bilder von Gesicht und Augen aufgenommen, die anschließend mit einer internen Datenbank abgeglichen werden. Auf diese Weise soll die Interaktion mit Mitarbeitern reduziert werden und lange Schlangen sowie Sprachbarrieren bei der Ausweiskontrolle der Vergangenheit angehören. Das System könnte auch in anderen Bereichen des Flughafens zum Einsatz kommen: Statt beim Boarding ein Flugticket vorzuzeigen, würde eine weitere Kamera ausreichen, um den Passagier erneut mit der Datenbank abzugleichen und den Zutritt zum Flugzeug zu gewähren. Das klassische Boardticket hätte somit ausgedient.


So funktioniert der Tunnel

Digitale Gepäckanhänger

Verlorenes Gepäck war gestern! Digitale Gepäckanhänger werden künftig dafür sorgen, dass die Wege der Gepäckstücke stets per Smartphone verfolgt werden können. Das dürfte vor allem bei verloren gegangenem Gepäck hilfreich sein. Am Calgary International Airport in Nordamerika läuft seit 2016 ein entsprechendes Pilotprojekt. Die Gepäckanhänger sind dort mit RFID-Sensoren ausgestattet, welche es ermöglichen, das Gepäck jederzeit zu orten und präzise durch die Katakomben des Flughafens zu navigieren. Laut Angaben des Flughafens kann durch das verbesserte Tracking die Effizienz im Vergleich zu herkömmlichen Fließbändern um bis zu 60% gesteigert werden. Für die Passagiere bedeutet dies, dass sie später am Flughafen erscheinen können, um ihr Gepäck einzuchecken.

Roboter als Flughafenpersonal

Wer kennt das nicht? Gerade in großen Terminals ist das Finden des Abflug-Gates oftmals wie die Suche nach der Nadel im Heuhaufen. Flughafenpersonal ist in solchen Situationen meist in weiter Ferne. In Zukunft könnten humanoide Roboter Abhilfe schaffen. Klingt nach Zukunftsmusik? Keineswegs! Seit diesem Februar hilft am Terminal 2 des Münchner Flughafen die Roboterdame Josie Pepper den Passagieren bei Orientierungsproblemen. Sie ist 1,20 Meter groß, hat sympathische Kulleraugen und eine freundliche Frauenstimme. Pepper ist mit einem leistungsstarken Chip ausgestattet und kann Fragen der Fluggäste individuell interpretieren und auswerten. Dank einer Cloud-Anbindung verfügt die Roboterdame über sämtliche Flug- und Terminaldaten und hat so stets die richtige Antwort in Echtzeit parat. Der Testeinsatz am Münchner Flughafen soll klären, ob Fluggäste tatsächlich mit einem Roboter interagieren können und wollen.


Pepper im Einsatz, Quelle: Flughafen München

Neue Technologien bieten Flughäfen in Zukunft ein enormes Potenzial für Verbesserungen und könnten eines Tages dazu führen, dass das Reisen mit dem Flugzeug so unkompliziert wird, wie eine Fahrt mit dem Bus. Wir sind gespannt und können es gar nicht erwarten, bei unserer nächsten Reise Josie Pepper persönlich kennen zu lernen.


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