• Alex

Forest City - Eine Stadt zwischen Millionen Pflanzen

Aktualisiert: 7. Aug 2019



Nicht lange ist es her, da hat der italienische Stararchitekt und Visionär Stefano Boeri mit einem vollständig begrünten Hochhaus in Mailand für Aufsehen gesorgt. Doch das spektakuläre Projekt sollte nur der Anfang sein: Zusammen mit seinem Team möchte der Italiener eine vollständig grüne Stadt im Süden Chinas erbauen. Tatsächlich ist das Wort „grün“ in diesem Fall keine Umschreibung, sondern darf wortwörtlich verstanden werden. Denn sämtliche Gebäude in der sogenannten „Forest City“ sollen eines Tages vollständig mit Pflanzen und Bäumen bedeckt sein.

Realisiert wird das Megaprojekt im Norden der chinesischen Stadt Liuzhou. Im vergangenen Jahr haben die zuständigen Behörden grünes Licht erteilt, sodass ab 2020 mit den Bauarbeiten begonnen werden kann. Nach der Fertigstellung werden rund 30.000 Menschen in der bewaldeten Stadt eine neue Heimat finden. 40.000 Bäume und eine Million Pflanzen sollen dann das Stadtbild prägen und für eine ausgezeichnete Luftqualität sorgen. Die Architekten wollen die Stadt so konzipieren, dass sie sich vollständig autark versorgen kann. Die notwendige Energie wird über Geothermie und in die Architektur integrierte Solarmodule bereitgestellt. Auch alles, was zum täglichen Leben benötigt wird, ist vorhanden – von Supermärkten, Büros, Krankenhäusern bis hin zu Schulen. Sollte der ein oder andere doch mal genug von den vielen Bäumen haben, kann man über eine Schnellzugverbindung in die benachbarte Millionenstadt Liuzhou reisen.


Luftansicht der Forest City, Quelle: Stefano Boeri Architetti

Boeri selbst spricht von der Forest City als Masterplan im Kampf gegen Luftverschmutzung. Vor allem China leidet extrem an den negativen Folgen der Urbanisierung. Jedes Jahr ziehen rund 14 Millionen Menschen in die chinesischen Metropolen. Dichte Smog-Wolken und hohe Feinstaubbelastungen sind die Konsequenz. Die Forest City möchte einen komplett neuen Ansatz gegen diese Probleme liefern: Die Macher gehen davon aus, dass sich dank der vielfältigen Flora jährlich bis zu 10.000 Tonnen CO2 und 57 Tonnen Schadstoffe aus der Luft filtern lassen. Gleichzeitig können rund 900 Tonnen Sauerstoff freigesetzt werden. Neben einer besseren Luftqualität erhoffen sich die Architekten auch eine niedrigere Temperatur im Jahresmittel, weniger innerstädtischen Lärm und eine höhere Biodiversität in der umliegenden Region.

Die Forest City ist ein einzigartiges Projekt und ein interessanter Ansatz im Kampf gegen den Klimawandel. Bis die ersten Wohnungen in der bewaldeten Stadt bezogen werden können, werden allerdings noch ein paar Jahre vergehen. Eines ist aber schon heute sicher: Angst vor Spinnen und Insekten sollten die Bewohner lieber nicht haben. Denn davon wir es in der grünen Stadt genug geben.

Detailansichten der Forest City, Quelle: Stefano Boeri Architetti

Quelle: Stefano Boeri Architetti


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