• Alex

Floating Farm - Schwimmende Kühe in Rotterdam

Aktualisiert: 12. Apr 2019


Mit Sorge hat man in dem am tiefsten liegenden Land Europas die jüngsten Ankündigungen der Klimaforscher zur Kenntnis genommen: Noch in diesem Jahrhundert werde der Meeresspiegel um einen Meter ansteigen – ein Schock, da die Hälfte der Niederlande unterhalb der Meereshöhe liegt. Wie also kann in Zukunft die Nahrungsmittelproduktion sichergestellt werden, wenn die jetzigen Anbauflächen immer geringer werden?

Artwork der Floating Farm - Qelle: Beladon

Innovation in der Landwirtschaft

Mit dieser Frage haben sich auch die Eheleute Minke und Peter van Wingerden beschäftigt. Ihre Idee? Ein schwimmender Bauernhof! Was zunächst nach einem April-Scherz klingt, ist tatsächlich ein handfestes Konzept, das derzeit im Merwehaven, einem ehemaligen Hafen mitten in Rotterdam, verwirklicht wird. Bereits Ende 2018 sollen 40 Kühe in die weltweit erste schwimmende Farm einziehen und täglich bis zu 800 Liter Milch produzieren. Spätestens dann soll sich zeigen, dass die Bauernhof-Idee tatsächlich mehr ist als eine Spinnerei. In der Vergangenheit haben bereits Bauernhöfe auf Dächern oder in Lagerhallen für Schlagzeilen gesorgt. Doch im Gegensatz dazu kann sich die Floating Farm an das Klima anpassen und ist noch dazu orkansicher. Trotz der steigenden Meeresspiegel können also stets frische Lebensmittel in Städten produziert werden.


Wie wird die Floating Farm aussehen?

Insgesamt wird die Floating Farm aus 3 Stockwerken bestehen. Auf den beiden unteren Etagen der Farm sollen die Maschinen für die Verarbeitung und Verpackung der Milch stehen. Die Kühe werden sich auf der zweiten Etage befinden, wie auch die Roboter, die für das Melken zuständig sind. Auf der dritten Etage soll Klee und Gras für die Fütterung der Kühe angebaut werden. Die Floating Farm soll vollständig nachhaltig betrieben werden. So werden die Kühe beispielsweise mit verschiedenen Abfallprodukten aus der Stadt gefüttert, unter anderem von übrig gebliebenem Getreide lokaler Brauereien und von Nebenprodukten von Mühlenbetrieben. Außerdem soll der Stallmist als natürlicher Dünger weiterverwendet werden.


Artwork der Floating Farm - Qelle: Beladon

Kann das funktionieren?

Auf den ersten Blick mögen Städte nicht als sinnvoller Standort für eine Farm erscheinen. Doch aus ökologischer Sicht macht es durchaus Sinn, die Entfernung zum Verbraucher zu reduzieren und die Umweltverschmutzung durch den Transport damit zu reduzieren. Gerade die Tatsache, dass die Weltbevölkerung bis 2050 auf 9,8 Milliarden anwachsen wird und dann voraussichtlich 70 Prozent aller Menschen in Städten leben werden, gibt dem Projekt Recht.

Doch wie ist es um die Kühe selbst bestellt? Mit 15 Quadratmetern steht jeder Kuh eine verhältnismäßig große Fläche zur Verfügung. Der künstliche Boden wurde eigens für die Farm entwickelt und ist so designt, dass Urin und Dung automatisch gefiltert werden können. Der Urin wird anschließend gesammelt und destilliert, der Trockenmist wird von einem Roboter eingesammelt und später in Brennblöcke umgewandelt. Landwirtschaft 2.0 also.


Die Vision

Mit der Floating Farm in Rotterdam soll aber noch lange nicht Schluss sein. Die Gründer sind überzeugt, dass sich das Konzept in Zukunft auch auf Hühner- und Gemüsefarmen übertragen lässt – und zwar überall auf der Welt, wo es geeignete Gewässer gibt. Und Wasser dürfte es angesichts steigender Meeresspiegel bald zur Genüge geben...




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