• Alex

Selbstfahrende Taxis - Die Zukunft von Uber & Co?

Aktualisiert: 7. Aug 2019


Selbstfahrende Autos gelten als einer der Megatrends unserer Zeit. Die Google-Schwester Waymo möchte noch in diesem Jahr den ersten autonomen Taxiservice der Welt starten. Doch wie weit ist die Technik bereits? Und kann das neue Geschäftsmodell Uber & Co. bedrängen?


Nicht lange ist es her, da galt Uber als eines der innovativsten Unternehmen der Welt. Die Kombination aus kinderleichter Bedienung, erstklassigem Service und einem fairen Preis-Leistungs-Verhältnis haben dazu geführt, dass sich das 2009 gegründete Startup in kürzester Zeit zu einem der weltweit erfolgreichsten Fahrdienst-Vermittler entwickeln konnte. Doch in den vergangenen Monaten hat das positive Image des mit rund 69 Milliarden Dollar bewerteten Unternehmens tiefe Risse bekommen. Die anhaltenden Negativberichte über Sex-Skandale, Diskriminierung, Mitarbeiter-Überwachung und wiederholte Fehltritte des Top-Managements haben die Firma ins Wanken gebracht.

Zu allem Überfluss macht nun die Meldung die Runde, wonach Waymo, eine auf autonomes Fahren spezialisierte Google-Schwester, die weltweit erste fahrerlose Taxiflotte plane – und damit in direkte Konkurrenz zu Uber treten könnte. Für den Fahrdienst-Vermittler aus San Francisco sind das keine guten Neuigkeiten. Bislang entfallen noch rund drei Viertel des Fahrpreises auf den Fahrer. Diese Kosten würden bei einem selbstfahrenden Taxi wegfallen, folglich könnte der autonome Fahrdienst deutlich preiswerter angeboten werden und somit für den Kunden attraktiver sein. Und sind wir doch einmal ehrlich: Wer würde sich nicht gerne in einem futuristischen Roboterauto durch die Gegend chauffieren lassen wollen?


Waymo selbst hat sich vorgenommen, noch in diesem Jahr die selbstfahrende Taxiflotte Wirklichkeit werden zu lassen. Deshalb hat das Unternehmen nun „tausende“ Fahrzeuge bei seinem Kooperationspartner Chrysler bestellt (die genaue Anzahl ist nicht bekannt) . Die Minivans werden anschließend in der Nähe von Detroit mit der notwendigen Technik ausgestattet – laut Brancheninsidern kein billiges Unterfangen: bis zu 500.000 USD können angeblich pro Umbau anfallen. Waymo verzichtet bewusst auf die Entwicklung eines eigenen Autos, sondern konzentriert sich auf die Weiterentwicklung der komplexen Software. An dieser arbeitet der Google-Konzern nun schon seit ungefähr 10 Jahren. Ende 2016 wurden die Bemühungen offiziell gebündelt und in die neu gegründete Gesellschaft Waymo ausgelagert. In der Szene heißt es, dass Waymo derzeit die fortschrittlichste Technik besitzt – nicht zuletzt dank der mittlerweile über 4 Millionen abgespulten Testkilometer. Laut eigenen Angaben können die Fahrzeuge mittlerweile auf mehr als 10.000 unterschiedliche Szenarien reagieren - auch das Bremsen für Einsatzfahrzeuge mit Blaulicht gehört zum Repertoire. Seit letztem Jahr kommen die Autos sogar komplett ohne menschliche Unterstützung aus. Allerdings nur in Gebieten, die zuvor entsprechend kartographiert wurden – das sind bislang 25 amerikanische Städte. Eine von diesen ist Phoenix im Südwesten Amerikas. Hier soll der neue Taxi-Service auch als erstes angeboten werden. Schon jetzt ziehen viele der rund 600 Waymo-Testfahrzeuge dort ihre Kreise. Zu nennenswerten Zwischenfällen ist es bislang nicht gekommen.


Autonomes Fahrzeug im Einsatz

Dass autonomes Fahren technisch umsetzbar ist, steht schon seit geraumer Zeit außer Frage. Die Entwicklung der Technologie ist mittlerweile soweit vorangeschritten, dass es zunehmend um die Frage geht, welches Unternehmen als erstes ein zuverlässiges Auto an den Start bringen wird. Der Markt ist heiß umkämpft, denn angesichts der zukünftig zu erwartenden Gewinne möchte jeder ein Stück vom Kuchen abbekommen. Neben Google arbeitet auch General Motors an seinem eigenen autonomen Taxiservice, welcher ab 2019 in verschiedenen amerikanischen Städten verfügbar sein soll. Selbst Uber hat den Trend erkannt und ist auf den Zug aufgesprungen. Ganze 24.000 SUV´s hat das Unternehmen bei Volvo geordert, um sie ebenfalls zu autonomen Fahrzeugen umzubauen. Experten zufolge ist die Software von Uber der von Waymo zwar unterlegen, dafür hat Uber mit monatlich 40 Millionen Fahrgästen in weltweit 674 Städten deutlich mehr Erfahrung und eine riesige Nutzerbasis, die die Einführung autonomer Taxis zweifelsohne erleichtern dürfte.

Bis autonome Taxis auch in deutschen Städten zu finden sind, wird noch einige Zeit vergehen. Zunächst gilt es, die Fahrdienste in ausgewählten Städten zu etablieren und die Zuverlässigkeit zu optimieren. Erst dann wird sich zeigen, ob die Roboterautos im Alltag auch tatsächlich akzeptiert und genutzt werden. Zumindest aus rechtlicher Sicht steht den autonomen Taxis nichts mehr im Wege. In Kalifornien und Arizona haben die Gesetzgeber bereits grünes Licht für die neue Technologie erteilt. Wenn also Waymo bekannt gibt, dass ihr System ausgereift genug ist, um Menschen sicher von A nach B zu transportieren, könnten Fahrgäste in Amerika tatsächlich schon in diesem Jahr in den Genuss einer Taxifahrt ohne menschlichem Fahrer hinter dem Steuer kommen.


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