• Chris

Airbus Beluga XL – Der Wal der Lüfte

Aktualisiert: 7. Aug 2019


Wie wird ein Flugzeug von Airbus fertiggestellt, dessen Einzelteile an verschiedensten Standorten in Europa produziert und weltweit montiert werden müssen? Man baut ein Riesen-Frachtflugzeug, in das auch die größten Bauteile der Airbus Flotte hineinpassen.

Dabei macht das neue Flaggschiff von Airbus seinem Namen alle Ehre. Der „Beluga XL“, welcher vorallem auch durch sein Aussehen an seinen tierischen Namensvetter erinnert, ist das bislang größte Transportflugzeug des europäischen Flugzeugherstellers. Mit einer Gesamtlänge von knapp über 63m, einer Höhe von 19m und einem unverwechselbaren Grinsen, stellt er seinen „kleineren“ Bruder Beluga in den Schatten. Der Vorgänger hatte mit einer Flottengröße von fünf Stück immerhin über mehr als 20 Jahre für einen reibungslosen Produktionsablauf bei Airbus gesorgt. Doch vorallem in den letzten Jahren reichten deren Kapazitäten kaum noch aus, um das europäische Netz von Airbus-Standorten ausreichend zu bedienen. Nun stellt sich jedoch die Frage, warum der Beluga nicht einfach durch den A380, das von Airbus entwickelte größte Passagierflugzeug der Welt, ersetzt wurde: Er ist höher, länger, schneller und könnte mehr Lasten tragen. Allerdings ist er kein Transportflugzeug. Das Design, die Position des Cockpits, die für die Bauweise nötige Innenaufteilung sowie die überwiegenden Kurzstreckenflüge machen das Passagierflugzeug teurer und unvorteilhafter als ein speziell auf seine Aufgaben abgestimmter fliegender Wal!

Daher begann bereits 2014 die Entwicklung des Airbus Beluga XL, der am 19. Juli 2018 seinen 4-stündigen Jungfernflug über Toulouse erfolgreich absolvierte und die nächsten 10 Monate ein Testflugprogramm durchlaufen wird. Etwa 600 Stunden Flugerprobung liegen vor dem Team, um die nötigen Zulassungen zu erhalten. Das scheint jedoch reine Formalität, da der Spezialtransporter trotz seiner sehr ungewöhnlichen Optik auf der technischen Basis des bereits etablierten Passagierjets A330 gebaut wurde. Angetrieben wird er auf seinen Reisen von zwei Rolls Royce Trent 700 Triebwerken.


Be- und Entladungsmechanismus am Beispiel des Vorgängers Airbus Beluga

Im Gegensatz zu seinem Vorgänger verfügt der Airbus Beluga XL über einen klimatisierten Laderaum, der vorallem beim Transport von temperaturempfindlichen Teilen von Vorteil sein wird. Desweiteren können durch das gestiegene Transportvermögen auf 53 Tonnen und den vergrößerten Innenraum von nun an beispielsweise zwei statt bislang nur eine Tragfläche des Langstreckenfliegers A350 transportiert werden. Da mehr oder minder immer zwei dieser Bauteile für die Fertigstellung eines Flugzeugs erforderlich sind, bedeutet das dringend benötigte schnellere Transport- und kürzere Produktionszeiten. Aufgrund steigender Anfragen des Airbus A320 Mittelstreckenjets und des A350 Langstreckenjets, hätte die bisherige Transportflotte für die nächsten Jahre nicht mehr ausgereicht. Es kommt also gelegen, dass - wenn alles nach Plan läuft – der Airbus Beluga XL bereits 2019 im Flugverkehr aktiv wird und seine kleinen Brüder bis 2025 immer stärker entlasten soll. Unterschätzen darf man die fünf Oldtimer allerdings keineswegs: Allein im letzten Jahr haben sie zusammen mehr als 65 Flüge pro Woche absolviert und somit noch einiges zu bieten.

Die Transportwege zwischen den Produktions- und Endmontagestätten des europäischen Flugzeugherstellers Airbus scheinen also für die absehbare Zukunft gesichert. Und sollte einmal kein Bedarf für Flugzeugteile sein, könnte man auch nach dem Vorbild der Arche knapp 9 ausgewachsene afrikanische Elefanten in den Laderaum packen. An Platz mangelt es also definitiv nicht.


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